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Die wahre macht des Dodge & Burn

Die wahre macht des Dodge & Burn

Vor einigen Monaten schrieb ich einen Blogeintrag über Dodge & Burn mit dem Titel: „Die mächtige Kraft des Dodge & Burn“.

Hier der Link zum Blogpost: KLICK HIER

Und hier das erste Bild bzw das erste Ergebnis:

 

 

Zu dem Zeitpunkt fing ich gerade an mich mit Dingen wie Beauty Retusche, Portraits, Closeup´s  und so weiter, zu beschäftigen. Das Bild wird stark bearbeitet, darf aber im ideal Fall überhaupt nicht bearbeitet aussehen. Dafür braucht man Feingefühl und Geduld. Ein fertiges Bild kann durchaus so ca 4 Stunden beanspruchen (mein Stand heute). Darauf aber werde ich nicht näher eingehen, denn heute geht es erneut nur um Dodge & Burn, aber mit etwas mehr Kenntnis.

Zusammengefasst: In dem ersten Post über Dodge & Burn (LINK) ging es darum, ich hatte mich selbst porträtiert und fing an, an meinem Gesicht herum zu experimentieren mit der Kenntnis die ich zu diesem Zeitpunkt hatte, die im vergleich zum heutigen Stand so in etwa „0“ war! 

Damals aber dachte ich, dass ich schon soweit bin und.. ja, seht es selbst. Bevor ich diesen Beitrag hier schrieb, spielte ich kurz mit dem Gedanken, den alten zu löschen, weil das Ergebnis aus heutiger Sicht  schlecht ist. Ich entschied mich dagegen, denn dafür ist dieser Blog da, ich teile meine Erfahrung und Fehler die ich machte, mit euch. Jeder fing mal klein an.

Weiter im Text: Ich hatte mir meinen Lieblingskünstler ausgesucht der auch zufällig Tutorials anbot und fing an seine Technik regelrecht zu Studieren. Es gibt viele im Netz die Tutorials über Dodge & Burn anbieten und fast alles ist so in etwa auch gleich. An dieser Stelle kann ich euch nur empfehlen euch einen Fotografen auszusuchen dessen Bildstiel euch anspricht und der auch Tutorials anbietet. Denn es bringt nichts wenn ihr von jemandem lernt, dessen Bilder euch aber nicht gefallen. Ich für meinen Teil entschied mich für Felix Rachor und kaufte mir seine Tutorials (alle bis auf CapturOne, ich hab Lightroom aber benutze überwiegend CameraRaw). Natürlich gibt es auch einen Haufen kostenloses Zeug im Internet, keine Frage, aber wie erwähnt hatte ich eine Richtung gefunden und wollte mich professionell da auch weiterbilden. Gesagt getan und immer noch dabei.

Wenn euch mein Stand interessiert, schaut euch mein Portfolio an:

> PORTFOLIO <

Letztens dachte ich mir, komm, du bist schon etwas weiter und kannst nicht so ein Bild als Profilbild nehmen, also grub ich die Raw Datei (ich behalte die alle, auch die PSD´s) aus und machte mich an die Arbeit. Mit der PSD Datei vom ersten Bild konnte ich nichts mehr anfangen, weil mir da schon die Raw-Entwicklung garnicht passte. Die Raw-Entwicklung mache ich meistens mit Camera Raw und das geht recht schnell. Hier ein Auszug bzw ein vorher/nachher Bild vom Raw -> „Roh“ bis zum Raw -> „entwickelt“. Klingt irgendwie merkwürdig aber ich glaub ihr wisst was ich meine.

Das Bild oben.

Das erste Bild zeigt hier die Rohdatei konvertiert als JPG und das zweite Bild zeigt das Bild nach der Raw-Entwicklung, also entwickelt. Aus heutigem Stand würde ich dieses Bild garnicht erst verwenden, da das Bild zu überbelichtet ist. Die Mitteltöne die ich dringend benötige gehen hier verloren. Da ich aber demonstriere was alles möglich ist nur mit Dodge & Burn und meinen heutigen Stand mit dem damaligen vergleiche, hab ich einfach das Bild genommen, mit dem alles anfing. Zugegeben hier habe ich nicht nur Dodge & Burn sondern auch das Verflüssigen-Werkzeug einsetzen müssen. Da mache ich auch bei mir keine Ausnahme. Ich hab es nur im Hals- Kinnbereich eingesetzt, die Mundwinkel sehr leicht angehoben und das linke Auge minimal vergrößert. Zuuuuusätzlich habe ich mir noch Haare rein gemalt vorne in der Mitte und etwas am Bart. Alles andere ist Dodge & Burn. Hier ist mir der linke Nasenflügel nicht so gelungen, aber das ist für mich ok. Ich glaub manche Sachen stören nur weil man weiss was man gemacht hat. Der Betrachter nimmt das alles nicht so wahr. Hier das fertige Bild:

Ich weiss leider nicht so wirklich wie lange ich für dieses Bild, von der Raw-Entwicklung bis zum fertigen Bild gebraucht habe, da ich es an mehreren Tagen bearbeitet habe. Ich gehe aber davon aus, dass es ca eine Stunde dauern könnte. Es kommt immer auf die Haut an, zum Beispiel wie stark die Hautunreinheiten sind. Denn die müssen zuerst entfernt werden bevor man mit Dodge & Burn überhaupt anfängt. Mit Unreinheiten sind auch störende Muttermahle oder Härchen gemeint. Kein Mensch hat eine makellose Haut. Wenn die Auflösung hoch ist und das Licht stimmt, dann Sieht man einfach ALLES.

 

PS: Mit Dodge & Burn bekommt man auch Falten raus aus der Bekleidung, sehr praktisch 🙂

Cinemagraph

Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch mit diesem Begriff etwas anfangen können. Womöglich hat auch der ein oder andere schon selbst ein Cinemagraf-Bild erstellt. Für die, die nicht wissen was das ist, das sind Bilder mit Video-Sequenzen. Das bedeutet, dass ein Teil des Bildes eingefroren ist wie eben ein Foto, und ein anderer Teil ist bewegt -> Video. Wie dieses wundervolle Exemplar von mir:

Im Prinzip ist das recht einfach. Du nimmst eine kurze Video Sequenz, circa 10 Sekunden auf. Ein Beispiel: Eine Frau steht -so still wie sie nur kann- mit offenen, langen Haaren- gegen den Wind. Anschließend lädst du das in Photoshop hoch. Jetzt sollte die Zeitleiste erscheinen.

Hintergrundwissen:

Ich habe das obige Video mit 25 fps aufgenommen, das bedeutet dass eine Sekunde Video Material aus 25 einzelnen Bildern besteht -> 25 frames per Second

Jetzt suchst du dir eine Frame / ein Bild aus das dir gefällt, wählst es in Photoshop aus, drückst cmd/strg + J. Nun hast du eine neue Ebene mit dem Bild. Die Ebene legst du über die Video Ebene und maskierst das aus was du bewegt sehen möchtest. Der Rest ist dann eingefroren. In unserem Bespiel -> Die Haare der Frau wehen im Wind, der Rest steht still. So einfach kannst du ein Cinemagraph kreieren. So viel dazu.

In der obigen Version habe ich es  falsch oder nennen wir es „anders“ gemacht. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass es auch anders möglich wäre. War es auch, aber nur bedingt. Ich war der Meinung, ich schiesse zuerst ein Foto, dann nehme ich ein Video auf und maskiere dann die Elemente aus die ich benötige. Quasi ähnlich wie meine Erklärung oben nur nehme ich das Bild nicht aus einem Frame von dem Video sondern nehme ein Foto separat auf. Was mir jedoch später erst klar wurde war, dass das Video eine andere Auflösung bzw ein anderes Format hat als das aufgenommene Bild. Im Klartext: Ich konnte nicht das Bild über das Video legen, da die Auflösung eine andere war. Das Bild hatte 5277×2971 Pixel und das Video wurde mit 1920×1080 aufgenommen. Bedeutet, dass die Proportionen anders waren. Das Bild war größer als das Video. Hätte ich das Video „lang gezogen“ wäre das Bild völlig verzerrt. Hier ein Beispiel, links das Bild und rechts die Größe des Videos:

Da ich nur das Windrad sich drehen sehen wollte, nahm ich eine leichte Verzerrung in kauf, merkt eh keiner. Zu dem hatte ich eine falsche Herangehensweise was die Bildbearbeitung anging. Wie oben beschrieben nimmt man ja einen Frame raus, das man dann auch theoretisch bearbeiten kann, eine normale Retusche eben. Nur muss man hierbei aufpassen, dass das Bild noch farblich auf das Video abgestimmt ist. Das hab ich dann hinterher gemerkt! Tja, ich wollte mir auf biegen und brechen kein Tutorial darüber ansehen, ich hatte die Theorie verstanden und wollte es mal selber probieren. Mit dem Ergebnis bin ich vollkommen zufrieden. Es geht um Balkonien, Zuhause ist es am schönsten. Primär war der Fokus auf Urlaub zuhause, auf den Balkon gelegt. 

„no Money, no Problem“ 🙂

Dass das Bild dann zum Cinemagraph wurde war natürlich zum einen die Motivation überhaupt das Bild zu machen und zum anderen eine nette Spielerei.

Das tolle bei Photoshop ist, dass man auch die Option hat den Raw Converter Filter auf Videos anzuwenden. Nun hatte ich das Bild schon gemacht bzw den Cinemagraph. Ich war stolz und zufrieden, das Bild hat auch positive Kritik bekommen. Das Wasser übrigens ist aus einem Urlaub in Spanien gewesen. Ich wollte zuerst aus Fotolia ein Bild kaufen aber ich entschied mir für die kostenlose Variante. Ich hab nur noch die Perspektive verändert, dann noch ein Bild rausgesucht mit Sand, zusammen gefügt, die Farbbalance verändert mit dem ursprünglichen Bild kombiniert. Wie gesagt, das Bild war im Kasten. Dennoch wollte ich wissen wie es „richtig“ oder wie es „noch“ funktioniert. Auf die Idee, dass ich einfach ein Frame aus der Videodatei nehmen kann, bin ich nicht gekommen. Ich hab gesucht und auch gleich ein super Tutorial gefunden. Da wurde es eben erklärt wie es richtig funktioniert. Natürlich musste ich jetzt noch ein Bild machen, damit ich beide Versionen vergleichen kann und sei es allein aus Neugier. Ist wie beschrieben gar nicht so kompliziert. Als ich das erste mal auf Instagram so ein Cinemagraph sah, stellte ich mir das ziemlich kompliziert vor. Ich dachte mir, warum so ein Aufwand? Richtig neugierig wurde ich, als ich meine neue Endcard für meinen YouTube Kanal erstellte. Da begriff ich wie so etwas funktionieren könnte. Basierend auf die Erfahrung die ich da gesammelt habe, entstand auch die erste Version von meinem Werk „Balkonien“. Lange Rede kurzer Sinn: Zwei Tage später machte ich noch eine Cinemagraph Aufnahme, mit mir als Model. Ich suchte eine passende Frame aus, cmd + J, Maskieren und zack, fertig. Nichts desto trotz find ich die erste, „andere“ Version einfach Hammer geil! Hier ist der zweite, „richtige“ Versuch einen echten Cinemagraphen zu erstellen. :

Ich würde gerne mit dir mein Wissen teilen, hier ist der Link zum Tutorial, das mir geholfen hat einen Cinemagraphen zur erstellen. Ist schnell und einfach erklärt worden, ohne viel schnick-schnack. Ich hatte mir auch andere angesehen aber das hier hat mich überzeugt.

–> TUTORIAL <–

Ein kleiner Tipp: Haltet das Video so kurz wie nur möglich. Es besteht ja eigentlich kein Grund für ein langes Video. Das Schöne an einem Cinemagraph ist ja dieser „GIF-Effekt“ in hoch auflösend. So dass der Gegenüber das Bild als eine Art „Zauberei“ wahrnimmt. Damit das rendern des Videos nicht drei Tage dauert, rate ich dir das Video so kurz zu halten wie es nur notwendig ist. Ich glaube mit 10 Sekunden müsstest du hinkommen, genug Zeit damit das Video in eine Schleife kommt und auch wird das Video nicht all zu gross, so dass du es problemlos und schnell auf soziale Plattformen hochladen kannst. Hier hab ich noch zwei Screenshots von dem Aufbau in PS.

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Die mächtige Kraft des Dodge & Burn

Ich war erstaunt was D&B alles bewirken kann, und mein „Können“ ist grad mal gaaaanz am Anfang. Ich war begeistert. Man kann das Gesicht total formen, nur mit der Hilfe des Lichts können verschiedene Bereiche anders aussehen, was ja eigentlich klar ist und nichts weltbewegendes. Ich hab mich getraut und einwenig an mir selbst experimentiert und von dem Ergebnis war ich beeindruckt. Und Freunde, wie gesagt, das was ich kann ist nicht einmal die Spitze des Eisberges. Eigentlich ist das die völlig falsche Vorgehensweise, wie sich später rausgestellt hat. 

Mit D&B ist man in der Lage die Nase zu formen, die Wangenknochen stärker zu betonen, so dass sie kräftiger wirken, den Hals schlanker und länger aussehen lassen. Die Lippen voller  und unglaublich viel mehr und das alles nur mit Hilfe des Lichts bzw. der Dunkelheit. Also abwedeln und nachbelichten. Von der Augenpartie brauchen wir gar nicht erst anfangen zu reden. 

Hierbei gibt es zig verschiedene Techniken die man für Dodge & Burn anwenden kann. Eine Möglichkeit ist mit der Gradationskurve zu arbeiten. Es werden zwei Kurven erstellt, eine helle (die Mitteltöne) und eine dunkele, dann wird eine Maske darüber gelegt und anschliessend das raus geholt was man eben benötigt. Man findet diverse Anleitungen im Internet wie man am besten welche Partie abdunkelt oder entsprechend aufhellt. Zum Beispiel Nase, Stirn, Kinn, Oberlippen aufhellen sowie Augenbrauen, unter den Wangen, um das Gesicht herum abdunkeln. So in etwa kann man schon die Betonung des Gesichts stark beeinflussen ohne die Form zu verändern.

Als ich dann merkte, dass es noch extrem viel Luft nach oben gibt, hab ich mich dazu entschlossen ein Tutorial zu kaufen. Natürlich werde ich jetzt nicht anfangen darüber ausführlich zu berichten, das wäre uncool! Es hat sich extrem gelohnt. Denn D&B ist eine Feinarbeit. Man sollte es präzise erledigen und mit Gefühl. Zuerst war ich selbst von meiner Arbeit überzeugt, das war aber bevor ich mir dieses Tutorial gekauft habe. Jetzt sehe ich die Sachen von einem anderen Blickwinkel. Beim genaueren betrachten, sieht man die Flecken oben links an der Stirn. Das sollte eben nicht passieren. Nichts desto trotz behalte ich dieses Bild, den irgendwo hat es mich doch ein wenig überzeugt 😉

Wenn man bedenkt, dass Frauen eigentlich nichts anderes machen wenn sie sich schminken. Die betonen die dunkeln und die hellen Stellen in ihrem Gesicht. Es gibt nicht umsonst so tolle Make-Up Artisten die wahrlich zaubern, die benötigen kein Photoshop. Dodge & Burn ist ein Muss in der Retusche. Eigentlich kann man das so ziemlich überall anwenden wo man Konturen betonen möchte. Sei es zum Beispiel bei Autos, Muskeln von Bodybuildern, Architektur, wie gesagt so ziemlich überall. 

Wie bereits schon erwähnt, habe ich es an mir selbst angewendet, im Angesicht der Tatsache, dass es eigentlich nicht der korrekte Arbeitsweg war, hab ich dennoch ein gescheites Business Bild von mir selbst erstellt. Bei all dem Dodge & Burn sollte man es nicht übertreiben, den schliesslich holt einen die Realität irgendwann wieder ein. In diesem Sinne, wünsche ich viel spass mit dem  vorher/nachher Bild.

 

Verona

Die Sonne stand richtig, das Licht war perfekt, die Stimmung musste ich genau so einfangen.. Scherz bei Seite, so sah das Bild Out of Cam aus:

Letztens schaute ich mir einige alte Bilder auf meiner Festplatte an um zu sehen ob sich da der ein oder andere Schatz versteckte. Ich fand auch gleich einen, aufgenommen in Italien / Verona. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt alles nur in JPG fotografiert, was im Klartext bedeutet, dass die Bilder wenig Information besitzen. Klar kann man aus JPG Dateien auch einiges raus holen, aber man stößt schnell an seine Grenzen, daher -> immer sachte! So da hatte ich das Bild nun vor mir und mir sprang auch schon ein extrem nervendes Detail ins Auge: Der Himmel. Ihr müsst wissen, die Aufnahme entstand im April 2013 in Verona und wir hatten nur einen richtigen sonnigen Tag. Überwiegend war es bewölkt. Wie dem auch sei, der Himmel musste weg, das war klar.

Ich suchte mir ein anderes Bild mit einem schöneren Himmel, schnitt das aus, drehte und wendete es und fügte nun den neunen Himmel in das Bild ein. Aber es gefiel mir immer noch nicht so. Ich fing zuerst an den Himmel auf schwarz/weiss zu setzen mit einem rötlichen Touch. Dann fing ich an mit einem Wolken Stempel aus dem hause -Schweighofer Arts- den Himmel noch einmal zu bearbeiten. Als ich die Form so hatte wie ich sie mir vorstellte fing ich an alles andere zu bearbeiten.

Noch ein Detail störte mich sehr in dem Bild. Wie ihr oben sehen könnt ist ein Markenname in dem spiegelnden Glasfenster zu sehen. Der musste natürlich weg. Ich duplizierte das Bild, spiegelte es horizontal und legte eine Maske drüber, löschte alles was unwichtig war. Jetzt sah es aber nicht mehr aus wie eine Spiegelung sondern eher wie eine zweite Wand. Ich wollte aber den gleichen Effekt erzielen. Also senkte ich die Deckkraft. Das brachte nicht viel, denn jetzt war das Logo wieder zu erkennen. Also musste ich die Scheibe im Hintergrundbild (original Bild) maskieren und mit dem gauscher Weichzeichner weich zeichnen,  bis das Logo nicht mehr sichtbar war, jetzt konnte ich die Deckkraft von dem bespiegelten Bild  senken und der „Spiegelungseffekt“ kam wieder.

Es gab keine wirkliche Reihenfolge an die ich mich hielt. Ich hatte eine Farbrichtung im Kopf, und zwar bläulich, da wollte ich hin. Nun musste ich experimentieren. Wichtig war mir dabei auch, dass das Bild knackig wird – also die Farben die im Original Bild etwas flau bzw langweilig rüber kommen, sollten eine schöne Mischung aus kräftig und Pastell bilden. Schwierig zu beschreiben, das war halt das was in meinem Kopf war. Für den Kontrast habe ich unter anderem mit der Tonwertkorrektur und der Gradationskurve gearbeitet. Was dem einem fehlt hat das andere ergänzt. Zusammen gefasst gibt es nicht viel zu erzählen -> Selektive Farbkorrektur, Farbbalance, Kontrast und Helligkeit, D&B und einen Lensflares aus dem Hause -RAWexchange-. Zum Schluss noch einmal den Hochpass zum schärfen und fertig war die Suppe. Hier einen Live vorher/nachher Vergleich.

Meinung anderer

Habt ihr auch schon einmal andren nach einem Feedback gefragt? Oder, hat euch jemand schon seine Meinung ungefragt mitgeteilt? Das letztere ist übel, wenn es nicht positiv oder konstruktiv ist. Ist mir zum Glück in Bezug auf die Fotografie noch nicht passiert, hatte Kommentare. Oder es ist mir passiert und ich weiss es einfach nicht mehr. Wie auch immer. 

In diesem Blog-Beitrag möchte ich meine Erfahrung die ich in diesem Bereich sammelte, mit euch teilen und euch einen Einblick gewähren, wie ich mit der Situation umgegangen bin und was für ein Mehrwert ich mit nehmen konnte. Wer auf Facebook angemeldet ist, hat die Option sich einer Gruppe anzuschließen. Es gibt öffentlich sowie geschlossene Gruppen. Um „die Gruppen“ denjenigen von euch die kein Facebook haben besser zu erklären, würde ich fast Facebook mit dem Internet vergleichen und die Gruppen mit diversen Foren, ich glaub jetzt müsste es jeder verstanden haben. Ich bin mir sicher, dass viele bei Facebook auch irgend einer Gruppe beigetreten sind. Wie zB die, die sich für Audi A4 interessieren, in der Gruppe „Audi A4“ sind. Die, die Butterbrezen mögen, sind halt in der Butterbrezen Gruppe, and so on.. Ich bin in mehreren Gruppen, Themen die mich interessieren. Sei es Photoshop Tipps, Beauty Retusche, eine Gruppe nur für die 70D User, Butterbrezen (Spass 🙂 solche Sachen eben. In der 70D Gruppe zum Beispiel laden wir alle mal etwas hoch. Die Gründe sind sehr simpel: Lob, Kritik oder einfach so. Und natürlich habe auch ich mal das ein oder andere Werk hochgeladen. Ist doch interessant zu sehen wie andere auf deine Arbeit reagieren. Das ich mein eigenes Bild toll finde ist ja klar. Ich glaub jeder findet sein Werk super 🙂 sonst müsste man über sein Hobby nachdenken. Dafür sind ja solche Gruppen da, damit man seine Erfahrung mit anderen Menschen teilt. Damit man seine Sichtweise erweitert. Dieser Spruch „Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht“ trifft in diesem Fall zu. Es kommt vor, dass man an einem Punkt stehen bleibt und nicht mehr weiter weiss, oder einfach mal ein schups in die richtige Richtung braucht, dann kann man sein Werk oder seine Frage in die entsprechende Gruppe rein stellen und um Rat bitten. Auch wenn man jetzt nicht direkt nach einem Rat oder einer Meinung fragt, sondern sein Werk einfach auf eine soziale Platform hochlädt, ist die Tatsache dass du dein Foto irgendwo zur schau stellst, auch eine Art von „bitte kommentier das“. 

So hab ich vor einiger Zeit ein Foto auf der Platform Fotocummunity hochgeladen mit dem Ziel viele „Klicks“ oder Kommentare zu bekommen. Und tatsächlich haben welche ihren „Senf“ dazu abgegeben. Positiv sowie konstruktiv. Einer schrieb, dass das Bild etwas schief sei, und ich es mal begradigen soll. Es waren wirklich nur Millimeter. Mir ist das nicht aufgefallen, oder besser gesagt, ich habe es so hingenommen. Ich dachte mir, na gut, dann versuch ich es halt mal, und tatsächlich, die hatten es in sich. Das Bild sah auf einmal harmonischer aus, nur wegen dem User, der ungefragt seine Meinung mitteilte. Nun hat man mehrere Möglichkeiten auf so einen Kommentar zu reagieren, darauf komme ich gleich zurück.

Es kam zwar nicht oft vor, dass ich auf irgend einer Plattform ein Bild hoch geladen hab und bewusst nach Rat  oder um eine Meinung gebeten habe, aber diesmal war es anders. Wenn ich was reinstelle, dann entweder mit einer Beschreibung wie zB die Exif Daten oder einfach Kommentarlos. Zwei Situationen in der ich mich befand, würde ich euch gerne näher erläutern. Fall  1. mit dem dazugehörigen Bild in diesem Beitrag, Fall 2. im nächsten. Fall 1. hat mich zuerst sehr genervt, letztendlich aber doch weiter gebracht. Fall 2. hat mich nur genervt. Kommen wir nun zum ersten Fall. 

Es war mal ein Foto… sehr Dunkel, sehr düster. Aus der Hand fotografiert in den frühen Morgenstunden in Mailand. Auf dem Bild ist ein Hochhaus zusehen. Es war 5.00 Uhr morgens und ganz zufällig war in diesem Hochhaus nur in ein paar Räumen neben einander Licht zusehen. Das fand ich ganz cool also, ISO hoch und frei aus der Hand *Zack*, Bild war im Kasten:

gotham-roh

Das es irgend etwas mit Batman sein würde war mir sofort klar. Gotham, definitiv! Die Stimmung war perfekt. Nur sehr Dunkel. Rückblickend hätte ich doch lieber die Kamera irgendwo abgestellt und eine Langzeitbelichtung gemacht. Hätte hätte.. hilft nichts, das Bild war nun mal so wie es war. Rette was noch zu retten ist! Also, Camara Raw. Hier noch etwas, da noch Dunst, Belichtung. Den Weißabgleich bisschen wärmer.. viel konnte ich nicht verändern da ja alles so unglaublich dunkel war. Wäre nicht dieses Stockwerk mit den paar beleuchtenden Räumen so cool, würde das Bild glatt in der Mülltonne landen. Nun hatte ich schon angefangen und ich wollte unbedingt wissen wo das hinführt, kennt ihr, oder? 

Photoshop, ooh Photoshop. Den Workflow werde ich hier jetzt nicht ausführlich erklären, aber ich werde ein Video darüber machen. Kein Tutorial, dafür kenne ich mich mit Photoshop nicht gut genug aus. Ich möchte euch nur den Workflow zeigen, zeigen warum ich mich zB an jenem Punkt für diesen Schritt entschieden habe. Aber, ich würde euch trotzdem gerne was zeigen, und zwar  an welchem Punkt ich stecken geblieben bin:

Milan bei Nacht.jpg

Mein Werk war vollbracht, dachte ich. Ich sah es mir an und wusste, dass irgend etwas nicht stimmte. Da fehlte etwas, sozusagen „der letzte Schliff“. Es wollte mir nicht einfallen, also hörte ich auf das Bild zu bearbeiten und schlief paar Nächte drüber. Ein paar Tage später dachte ich mir was soll´s, ich komme einfach nicht darauf. Ich teilte das Bild in einer Anfänger Photoshop Gruppe und fragte um Feedback. Und zack, kamen auch schon die ersten Feedback´s: 

„Was ist das für ein riesiger Schatten im Bild?“  

  • Das ist kein Schatten, das ist ein Hochaus

„Ist viel zu dunkel, es sieht aus wie ein schatten, mach doch Langzeitbelichtung“

„Das Bat-Symbol ist viel zu Scharf“

  • Ich hab das selbst gezeichnet

„Cool, aber zu scharf, die Größe stimmt auch nicht“

„Wieso ist der Nebel links heller als rechts“

Und so weiter. In der Tat, sie alle hatten irgendwie recht. Auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte. Schließlich hat das ziemlich lange gedauert und war auch nicht grad einfach aus dem Dunkeln etwas zu zaubern. Aber ich hatte ja darum gebeten! Ich ging auf Nummer sicher und stellte das Foto in eine WhatsApp-Gruppe und fragte meine Freunde als was sie das Objekt in der Mitte identifizieren. Was kam raus: als riesiger Schatten! Problem wurde erkannt. Ich wusste ja dass das ein Haus ist, ich hab es ja schliesslich fotografiert und Stunden lang bearbeitet. Der Betrachter aber wusste nicht was das sein soll. Dank den Feedback´s auf Facebook, war die Lösung auch schon parat. Und das Beste an der Sache, meine Blockade war plötzlich gelöst. Ideen schossen mir durch den Kopf und endlich konnte ich mein Werk beenden. Durch all die Tipps die ich bekam, erweiterte ich meine Sicht. Das wird sich in Zukunft aber nicht so schnell wiederholen – Bilder hochladen und so. Ich werde diese Option nur dann nutzen, wenn ich wirklich nicht mehr weiter weiß, und das passiert zum Glück nur selten, aber passiert. Natürlich gibt es auch den ein oder anderen Idioten der dann nutzlose Kommentare schreibt. Da darf man sich nicht von diesen Internet-Helden aus der Ruhe bringen lassen. Einfach blockieren 🙂

Dann, gibt es auch Kandidaten, die mit konstruktiver Kritik nicht umgehen und das Feedback als solches nicht annehmen können. Die fühlen sich angegriffen und übersehen die Tatsache, dass sie es selbst waren die um Feedback – ja schon gebettelt haben. Wenn du nicht an Kommentaren von anderen Menschen interessiert bist, dann solltest du nichts in die unendlichen Weiten des Internets hochladen. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß auf meinem Blog – und ach ja, hier ist das Endergebnis „Gotham City“ 🙂

Gotham Kopie.jpg