Schlagwort-Archive: Bildbearbeitung

Kodak Retina

Vor ein paar Tagen habe ich diese wunderschöne Kamera geschenkt bekommen und gleich auf Herz und Nieren überprüft, mit der Hilfe eines YouTube Videos natürlich, denn ich hatte keine Ahnung wie das Ding funktioniert. Einige Sachen waren sofort klar wie zum Beispiel, dass die Blende manuell eingestellt werden muss und nur ganze Blenden verwendet werden. Genau wie die Verschlusszeit, die wird auch manuell eingestellt in dem man an einem Rädchen, dass sich um das Objektiv das ganz vorne sitzt, dreht. Sogar die Entfernung zum Objekt das Fotografiert oder die Person die Porträtiert wird, muss manuell  eingestellt werden. Klar soweit 😉

Das Interessante an dieser Kamera ist jedoch nicht die ganzen manuellen Einstellungen die man durchführen muss um überhaupt ein Bild aufnehmen zu können, sondern das die Kamera ohne jegliche zufuhr von Elektrizität funktioniert. Das bedeutet OHNE AKKU! Alles mechanisch. Ich finde das äusserst beeindruckend. Zum ersten mal hatte ich etwas in meiner Hand von dem ich weiss: das stammt nicht aus meiner Zeit. Es sind keinerlei Sensoren in der Kamera, keine Autofokuspunkte, keine DIGIC 5+ Prozessoren, kein Bildstabilisator oder Belichtungssimulation.

Eine Filmrolle wird eingelegt. Die Rolle wird befestigt. Deckel zu. Nun wird es zweimal gedreht und die Rolle bzw der Film sitzt. Man -ich nenne es jetzt mal- lädt nach in dem man den.. -ich hab keine Ahnung wie dieser Hebel genannt wird, bleiben wir mal beim „man lädt nach“ und drückt den Auslöser. Manch einer ist es ja gewohnt leicht auf den Auslöser zu drücken, denn dann fokussiert die Kamera zuerst. Anschliessend drückt man durch, die Blende öffnet sich für eine kurze Zeit und das Bild landet auf dem Sensor. Bei der Retina  kann man nur einmal drücken. Ist wie eine alte Schrotflinte. Einmal laden, einmal schiessen. Durch das drücken des Auslösers spürt man regelrecht, dass das Bild verwackelt sein wird. Deswegen stellt man eine schnelle Verschlusszeit ein und dann fällt einem ein dass die Blende weiter aufgemacht werden muss, weil hier ja nicht elektronisch nachgeholfen wird. Nachdem man den Auslöser nun gedrückt hat, öffnet sich die Blende, das Licht kommt durch und strahlt auf den Filmstreifen der nun offen dem Licht ausgesetzt ist. Das Bild brennt sich nun auf die Negativen. Das wars. Keine Vorschau. Ist es zu hell? Zu dunkel? Zu unscharf? Ist es verwackelt? Funktioniert überhaupt die Kamera? All diese Fragen werden erst nach ca. sieben Tagen beantwortet, denn solange dauert die Entwicklung. Erst dann kann man sehen ob es überhaupt ein Bild gibt.

Tja, nun ist es schön für die, die eine Dunkelkammer besitzen. Die haben (fast) alles selbst in der Hand. Ich hab Lightroom, zusammen mit Photoshop als Abo. Damit kann ich aber in diesem Fall nicht viel  anfangen. Ich muss die vollen sieben Tage abwarten. Denn ich hatte mir ja eine FILMROLLE zugelegt. Ich wollte unbedingt wissen wie das funktioniert und noch wichtiger: Wie das Ergebnis wird. Ich hab mir eine Farbfilmrolle gekauft und eine in schwarz/weiss. Das witzige ist, dass auf einer Rolle nur 36 Bilder drauf passen. Solltest du einen Frame versauen, dann war es das! Ich hatte überhaupt keine Ahnung was ich da mache. Ich konnte ja nichts sehen. Der Sucher ist zwar vorhanden, aber genau so gut könnte ich darauf verzichten. Ist wie ein Ass und ein König beim Poker, sieht zwar nett aus, bringt aber meistens nicht viel. Also habe ich mich auf mein Gefühl verlassen und die DSLR Einstellungen die ich bei verschiedenen Lichtsituationen benutze auf die Kodak Kamera übertragen. Bin gespannt wie die Bilder werden.

 

Auf meiner Facebook Seite werde ich das Ergebnis  posten, egal wie die Bilder aussehen werden, zusätzlich werde ich einen kurzen Clip Uploaden der komplett mit iPhone aufgenommen und bearbeitet wurde. Bei der neuen Filmrolle werde ich mir parallel Notizen machen wie ich in welcher Lichtsituation welche Blende, Entfernung und Verschlusszeit eingestellt habe. So bekomme ich ein Gefühl für die Kamera. Ich sags mal so, früher hatten die auch nicht all die Technik dir wir heute verwenden, und trotzdem hat es geklappt. Falls sich einer jetzt fragt warum das ganze? Ich denke, das ist auch ein super Training für einen selbst. In dem man auf die Technik drumherum verzichtet, fängt man an die Dinge besser zu verstehen. In diesem Sinne, bis zum nächsten mal.

apgrafie.de

Cinemagraph

Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch mit diesem Begriff etwas anfangen können. Womöglich hat auch der ein oder andere schon selbst ein Cinemagraf-Bild erstellt. Für die, die nicht wissen was das ist, das sind Bilder mit Video-Sequenzen. Das bedeutet, dass ein Teil des Bildes eingefroren ist wie eben ein Foto, und ein anderer Teil ist bewegt -> Video. Wie dieses wundervolle Exemplar von mir:

Im Prinzip ist das recht einfach. Du nimmst eine kurze Video Sequenz, circa 10 Sekunden auf. Ein Beispiel: Eine Frau steht -so still wie sie nur kann- mit offenen, langen Haaren- gegen den Wind. Anschließend lädst du das in Photoshop hoch. Jetzt sollte die Zeitleiste erscheinen.

Hintergrundwissen:

Ich habe das obige Video mit 25 fps aufgenommen, das bedeutet dass eine Sekunde Video Material aus 25 einzelnen Bildern besteht -> 25 frames per Second

Jetzt suchst du dir eine Frame / ein Bild aus das dir gefällt, wählst es in Photoshop aus, drückst cmd/strg + J. Nun hast du eine neue Ebene mit dem Bild. Die Ebene legst du über die Video Ebene und maskierst das aus was du bewegt sehen möchtest. Der Rest ist dann eingefroren. In unserem Bespiel -> Die Haare der Frau wehen im Wind, der Rest steht still. So einfach kannst du ein Cinemagraph kreieren. So viel dazu.

In der obigen Version habe ich es  falsch oder nennen wir es „anders“ gemacht. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass es auch anders möglich wäre. War es auch, aber nur bedingt. Ich war der Meinung, ich schiesse zuerst ein Foto, dann nehme ich ein Video auf und maskiere dann die Elemente aus die ich benötige. Quasi ähnlich wie meine Erklärung oben nur nehme ich das Bild nicht aus einem Frame von dem Video sondern nehme ein Foto separat auf. Was mir jedoch später erst klar wurde war, dass das Video eine andere Auflösung bzw ein anderes Format hat als das aufgenommene Bild. Im Klartext: Ich konnte nicht das Bild über das Video legen, da die Auflösung eine andere war. Das Bild hatte 5277×2971 Pixel und das Video wurde mit 1920×1080 aufgenommen. Bedeutet, dass die Proportionen anders waren. Das Bild war größer als das Video. Hätte ich das Video „lang gezogen“ wäre das Bild völlig verzerrt. Hier ein Beispiel, links das Bild und rechts die Größe des Videos:

Da ich nur das Windrad sich drehen sehen wollte, nahm ich eine leichte Verzerrung in kauf, merkt eh keiner. Zu dem hatte ich eine falsche Herangehensweise was die Bildbearbeitung anging. Wie oben beschrieben nimmt man ja einen Frame raus, das man dann auch theoretisch bearbeiten kann, eine normale Retusche eben. Nur muss man hierbei aufpassen, dass das Bild noch farblich auf das Video abgestimmt ist. Das hab ich dann hinterher gemerkt! Tja, ich wollte mir auf biegen und brechen kein Tutorial darüber ansehen, ich hatte die Theorie verstanden und wollte es mal selber probieren. Mit dem Ergebnis bin ich vollkommen zufrieden. Es geht um Balkonien, Zuhause ist es am schönsten. Primär war der Fokus auf Urlaub zuhause, auf den Balkon gelegt. 

„no Money, no Problem“ 🙂

Dass das Bild dann zum Cinemagraph wurde war natürlich zum einen die Motivation überhaupt das Bild zu machen und zum anderen eine nette Spielerei.

Das tolle bei Photoshop ist, dass man auch die Option hat den Raw Converter Filter auf Videos anzuwenden. Nun hatte ich das Bild schon gemacht bzw den Cinemagraph. Ich war stolz und zufrieden, das Bild hat auch positive Kritik bekommen. Das Wasser übrigens ist aus einem Urlaub in Spanien gewesen. Ich wollte zuerst aus Fotolia ein Bild kaufen aber ich entschied mir für die kostenlose Variante. Ich hab nur noch die Perspektive verändert, dann noch ein Bild rausgesucht mit Sand, zusammen gefügt, die Farbbalance verändert mit dem ursprünglichen Bild kombiniert. Wie gesagt, das Bild war im Kasten. Dennoch wollte ich wissen wie es „richtig“ oder wie es „noch“ funktioniert. Auf die Idee, dass ich einfach ein Frame aus der Videodatei nehmen kann, bin ich nicht gekommen. Ich hab gesucht und auch gleich ein super Tutorial gefunden. Da wurde es eben erklärt wie es richtig funktioniert. Natürlich musste ich jetzt noch ein Bild machen, damit ich beide Versionen vergleichen kann und sei es allein aus Neugier. Ist wie beschrieben gar nicht so kompliziert. Als ich das erste mal auf Instagram so ein Cinemagraph sah, stellte ich mir das ziemlich kompliziert vor. Ich dachte mir, warum so ein Aufwand? Richtig neugierig wurde ich, als ich meine neue Endcard für meinen YouTube Kanal erstellte. Da begriff ich wie so etwas funktionieren könnte. Basierend auf die Erfahrung die ich da gesammelt habe, entstand auch die erste Version von meinem Werk „Balkonien“. Lange Rede kurzer Sinn: Zwei Tage später machte ich noch eine Cinemagraph Aufnahme, mit mir als Model. Ich suchte eine passende Frame aus, cmd + J, Maskieren und zack, fertig. Nichts desto trotz find ich die erste, „andere“ Version einfach Hammer geil! Hier ist der zweite, „richtige“ Versuch einen echten Cinemagraphen zu erstellen. :

Ich würde gerne mit dir mein Wissen teilen, hier ist der Link zum Tutorial, das mir geholfen hat einen Cinemagraphen zur erstellen. Ist schnell und einfach erklärt worden, ohne viel schnick-schnack. Ich hatte mir auch andere angesehen aber das hier hat mich überzeugt.

–> TUTORIAL <–

Ein kleiner Tipp: Haltet das Video so kurz wie nur möglich. Es besteht ja eigentlich kein Grund für ein langes Video. Das Schöne an einem Cinemagraph ist ja dieser „GIF-Effekt“ in hoch auflösend. So dass der Gegenüber das Bild als eine Art „Zauberei“ wahrnimmt. Damit das rendern des Videos nicht drei Tage dauert, rate ich dir das Video so kurz zu halten wie es nur notwendig ist. Ich glaube mit 10 Sekunden müsstest du hinkommen, genug Zeit damit das Video in eine Schleife kommt und auch wird das Video nicht all zu gross, so dass du es problemlos und schnell auf soziale Plattformen hochladen kannst. Hier hab ich noch zwei Screenshots von dem Aufbau in PS.

Unterstütze mich und kommentiere, teile und like diesen Beitrag. Das motiviert uns Blogger/Youtuber mehr kostenlose Inhalte im Netzt zu veröffentlichen! Man sieht sich 😉

Verona

Die Sonne stand richtig, das Licht war perfekt, die Stimmung musste ich genau so einfangen.. Scherz bei Seite, so sah das Bild Out of Cam aus:

Letztens schaute ich mir einige alte Bilder auf meiner Festplatte an um zu sehen ob sich da der ein oder andere Schatz versteckte. Ich fand auch gleich einen, aufgenommen in Italien / Verona. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt alles nur in JPG fotografiert, was im Klartext bedeutet, dass die Bilder wenig Information besitzen. Klar kann man aus JPG Dateien auch einiges raus holen, aber man stößt schnell an seine Grenzen, daher -> immer sachte! So da hatte ich das Bild nun vor mir und mir sprang auch schon ein extrem nervendes Detail ins Auge: Der Himmel. Ihr müsst wissen, die Aufnahme entstand im April 2013 in Verona und wir hatten nur einen richtigen sonnigen Tag. Überwiegend war es bewölkt. Wie dem auch sei, der Himmel musste weg, das war klar.

Ich suchte mir ein anderes Bild mit einem schöneren Himmel, schnitt das aus, drehte und wendete es und fügte nun den neunen Himmel in das Bild ein. Aber es gefiel mir immer noch nicht so. Ich fing zuerst an den Himmel auf schwarz/weiss zu setzen mit einem rötlichen Touch. Dann fing ich an mit einem Wolken Stempel aus dem hause -Schweighofer Arts- den Himmel noch einmal zu bearbeiten. Als ich die Form so hatte wie ich sie mir vorstellte fing ich an alles andere zu bearbeiten.

Noch ein Detail störte mich sehr in dem Bild. Wie ihr oben sehen könnt ist ein Markenname in dem spiegelnden Glasfenster zu sehen. Der musste natürlich weg. Ich duplizierte das Bild, spiegelte es horizontal und legte eine Maske drüber, löschte alles was unwichtig war. Jetzt sah es aber nicht mehr aus wie eine Spiegelung sondern eher wie eine zweite Wand. Ich wollte aber den gleichen Effekt erzielen. Also senkte ich die Deckkraft. Das brachte nicht viel, denn jetzt war das Logo wieder zu erkennen. Also musste ich die Scheibe im Hintergrundbild (original Bild) maskieren und mit dem gauscher Weichzeichner weich zeichnen,  bis das Logo nicht mehr sichtbar war, jetzt konnte ich die Deckkraft von dem bespiegelten Bild  senken und der „Spiegelungseffekt“ kam wieder.

Es gab keine wirkliche Reihenfolge an die ich mich hielt. Ich hatte eine Farbrichtung im Kopf, und zwar bläulich, da wollte ich hin. Nun musste ich experimentieren. Wichtig war mir dabei auch, dass das Bild knackig wird – also die Farben die im Original Bild etwas flau bzw langweilig rüber kommen, sollten eine schöne Mischung aus kräftig und Pastell bilden. Schwierig zu beschreiben, das war halt das was in meinem Kopf war. Für den Kontrast habe ich unter anderem mit der Tonwertkorrektur und der Gradationskurve gearbeitet. Was dem einem fehlt hat das andere ergänzt. Zusammen gefasst gibt es nicht viel zu erzählen -> Selektive Farbkorrektur, Farbbalance, Kontrast und Helligkeit, D&B und einen Lensflares aus dem Hause -RAWexchange-. Zum Schluss noch einmal den Hochpass zum schärfen und fertig war die Suppe. Hier einen Live vorher/nachher Vergleich.